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Bahnfahren!

Ist es nicht herrlich, sich im Sitz zurückzulehnen und die Landschaft am Fenster vorbeiziehen zu lassen, auf den Knien ein Buch, auf dem Tisch vor einem  der Fahrplan und eine Landkarte mit dem Streckenverlauf?

Schon als Jugendlicher fuhr ich in Hamburg die Schnellbahnlinien ab. Für lange Zeit schlief das Hobby ein, bis ich 2001 keine Zeit für den üblichen Sommer-Familienurlaub hatte. Warum also nicht im Herbst auf Bahnreise gehen? Mit dem Glacier-Express durch die Schweiz - das wäre es doch! Ich rief Werner an, der in der Schweiz wohnt: "Ich komme dich besuchen!" Seine Antwort: "Wieso besuchen? Ich fahre mit!" - Zwei Bahnbegeisterte hatten sich gefunden.

 

Die Rahmenbedingungen: Wir sind etwa 10 Tage unterwegs, fahren tagsüber und übernachten in der Regel im Hotel. Je nach Länge der Fahrten gönnen wir uns ab und zu einen fahrfreien Tag. Da wir nicht mehr so ganz jung sind, leisten wir uns die 1. Klasse. Bei den Hotels sind wir dafür eher sparsam: Ein Doppelzimmer in Bahnhofsnähe ohne besonderen Komfort genügt.

Der Fahrkartenkauf ist eine Kunst für sich - jedenfalls wenn man günstige Tarife erwischen will. Die Reisebüros sind schnell überfordert, wenn es ins Ausland gehen soll. Ausdauer und tüfteln im Internet - dort finden sich alle Bahnlinien mit ihren Preisen - lohnen sich.

 Ein anderes Problem ist das Festlegen der Strecke. Es gibt praktisch keine Reiseführer für Bahnfahrer, und was nützt mir die Sehenswürdigkeit 10 km vom Ort entfernt ohne die Information, ob ein Bus dorthin fährt? In heutigen Straßenkarten sind Bahnlinien zudem gar nicht oder kaum erkennbar eingezeichnet. Für die grobe Planung benutze ich deshalb meinen alten Schulatlas von 1960!

Ein Hinweis: Einige der Fotos sind dem European-Rail-Server entnommen und als solche gekennzeichnet.