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Barcelona - Teruel

Talgo Barcelona ab 11:55 - Zaragoza an 15:55

Regionalzug Zaragoza ab 19:20 - Teruel an 22:15

Morgens bummeln wir noch einmal über die Rambla und sehen uns die Altstadt, das gotische Viertel an. Dann wird es Zeit, an die Weiterfahrt zu denken. Vier Stunden sind es bis Valencia, wo wir den Nachmittag verbringen wollen, um anschließend in der nahen Kleinstadt Xativa zu übernachten. Zuerst gehen wir zur Touristeninfo, um ein Hotel in Bahnhofsnähe für die Rückfahrt zu buchen, da wir dann schon früh am morgen zum Flughafen müssen. Aber nein, hier gibt es nur Übernachtungen am gleichen Tag. Man nennt uns ein Kaufhaus mit einem Reisebüro in der Nähe. Dort erhalten wir das gewünschte Zimmer, aber keine Reservierungen für Züge. Wir gehen zurück zum Hotel, holen unser Gepäck und fahren mit der Metro zum Bahnhof Barcelona Sants. Lange Schlangen stehen vor den Schaltern, und auch wir müssen uns einreihen, denn in Spanien sind alle Fernzüge platzkartenpflichtig. Endlich stehen wir vorne. Der nächste Zug nach Valencia? Nein, der ist voll. Der folgende? Auch voll, überhaupt gibt es heute keine Chance mehr. Wir räumen unseren Platz am Schalter, gehen die Treppe zum Bahnsteig mit "unserem" Zug hinunter. Was nun? Der Bahnsteig ist schwarz vor Menschen, es scheint wirklich keine Chance zu geben, nach Valencia zu kommen. Am Nachbargleis steht abfahrbereit ein Zug nach Madrid. Ein Schaffner steht an der Tür, kurzentschlossen fragen wir, ob wir mitfahren können. Ja, aber nur bis Zaragoza, kommt zur Antwort. Okay, nichts wie hinein, und schon fährt der Talgo ab. Unsere Platzgebühr ist noch zu entrichten, stolze 12,50 Euro werden und pro Person abgeknöpft. Erleichtert fallen wir in die Sitze und zücken die Landkarten: Wo ist Zaragoza überhaupt?

Bis Tarragona geht es am Meer entlang, dann biegen wir ab und fahren durchs Küstengebirge ins Binnenland. Immer wieder taucht der Ebro auf, das Land ist erst grün und wird zusehends karger. Die Temperatur steigt von 23 Grad an der Küste bis auf 33 Grad an. Unser Wagen hat Bildschirme an der Decke, auf denen die Temperatur, unsere Geschwindigkeit und der Streckenverlauf mit der augenblicklichen Position angezeigt werden. Ein schöner Service! Und ab und zu gibt es einen Spielfilm zu sehen, für den Kopfhörer ausgeteilt werden. Dreimal werde ich auf dieser Reise "About a boy" sehen - auf spanisch natürlich und damit für mich ziemlich unverständlich.

Zaragoza liegt mitten in einer grauen, steinigen Wüste. Der Bahnhof ist nagelneu, eine große Halle aus braunem Sandstein und Glas. Von hier führt ein Regionalzug über das wegen seiner maurischen Architektur hochgelobte Städtchen Teruel nach Valencia. Ein paar Stunden bleiben uns bis zur Abfahrt, außerdem wird es spät werden. Die Touristeninfo verrät uns Telefonnummern von Hotels in Teruel, anrufen müßten wir leider selber. Wir versuchen es auf Englisch (wohl dem, der ein Handy hat!), und beim zweiten Hotel klappt die Reservierung von zwei Nächten. In hochsommerlicher Hitze sehen wir uns die Innenstadt mit der gotischen Kathedrale Basilica del Pilar an. Zurück zum Bahnhof (es gibt einen kostenlosen Pendelbus), wo fährt unser Zug? Das Gleis wird hier erst kurz vor der Abfahrt bekannt gegeben. Ein Pulk Menschen sammelt sich vor der Treppe zum Bahnsteig, aber wir dürfen erst hinunter, als der Zug schon eingefahren ist.

Stundenlang zuckelt unser kleiner Triebwagenzug durch die Landschaft. Nur wenige Passagiere fahren bis Teruel, es ist schon dunkel, als wir ankommen. Wir fragen eine junge Studentin nach dem Weg zum Hotel, sie weiß ihn nicht, aber ihr Vater holt sie mit dem Auto ab - und nimmt uns gleich noch mit! Am Hotel gibt er uns seine Telefonnummer und bietet an, uns am nächsten Tag die Gegend zu zeigen!