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Teruel - Jativa

Regionalzug Teruel ab 11:03 - Valencia an 13:55

Regionalzug Valencia ab 15:48 - Jativa an 16:36

Zwei Nächte verbringen wir in Teruel. Unser Hotelzimmer ist geräumig, aber es hat keine Fenster, nur einen auch oben verglasten Lichtschacht. Daher sehen wir die Bescherung erst nach dem Frühstück, als wir auf die Straße treten: Es regnet! Trotzdem sehen wir uns die maurischen Bauten an. Nachmittags verabreden wir uns mit Pedro und seiner Frau: Das Angebot uns die Gegend zu zeigen war wirklich ernst gemeint! Sie zeigen uns das Städtchen Albarracin mit seiner "chinesischen" Mauer, das sich wirklich zu sehen lohnt. An einer Straße holt uns die jüngere Vergangenheit ein: Pedro stoppt an einem kleinen Gedenkstein. "Hier starb der Gefreite Heinrich Finger den Heldentod für ein nationales Spanien", steht da auf deutsch. Wir befinden uns auf einem der Schlachtfelder des Bürgerkrieges, den Franco mit Hitlers Hilfe führte.

Am Bahnhof gibt es sogar einen Schalter, der mit einem Menschen besetzt ist, leider spricht er aber ausschließlich spanisch. Wir versuchen, eine Reservierung von Valencia nach Almeria zu erhalten, aber alle Züge sind voll. Die Diskussion über Alternativen scheitert an der Sprachbarriere, wir beschließen, unser Glück in Valencia noch einmal zu versuchen. Also bitte zwei Fahrkarten für den Regionalzug nach Valencia! Der Beamte ist erstaunt, hatten wir ihm nicht gerade unsere Euro-Domino-Karten gezeigt? Damit könnten wir ohne weitere Zahlung fahren. Wir schaffen es nicht, ihm verständlich zu machen, dass wir unsere teuren Erste-Klasse-Karten nicht für solch eine Kurzstrecke vergeuden wollen, aber letztendlich verkauft er uns kopfschüttelnd die gewünschten Tickets (Preis: 8 Euro). Unser Zug zuckelt wieder durch die Landschaft, vorbei an zahlreichen Baustellen, es scheinen sämtliche Schienen erneuert zu werden. Zu Beginn der Fahrt dröhnen die Rolling Stones aus den Lautsprechern, eine komplette CD lang muss Werner sie ertragen, dann herrscht Ruhe.

Valencia präsentiert uns eine bildschöne Bahnhofshalle, aus Holz und mit Kronleuchtern, nur die Touristeninfo hat geschlossen, denn es ist Sonntag. Übernachten wollen wir in Xativa, bislang haben wir aber weder ein Hotel noch einen nach Süden fahrenden Zug. Letzter Versuch am Fahrkartenschalter, nach Almeria zu kommen. Nein, nichts ist frei. Woanders hin? Wieder scheitern wir an der Sprache, der Schalterbeamte ist sichtlich genervt über zwei Touristen, die kein spanisch sprechen und nicht einmal ein Ziel klar nennen können. Er schickt uns zur Auskunft. Dort kennt man zwar Züge, aber weiß nicht ob sie noch Platz bieten. Zurück zum Fahrkartenschalter, wieder ziehen wir eine Nummer und warten, dann landen wir bei einem anderen Beamten. Er ist etwas freundlicher, bemüht sich und wird fündig: Übermorgen nach Malaga! Das liegt im Süden am Mittelmeer, also reservieren wir ohne langes Überlegen.

Wir haben keine Lust mehr, Valencia zu besichtigen. Für 2,10 Euro fahren wir mit einer Cercania (eine Art S-Bahn) nach Xativa oder Jativa, es gibt beide Schreibweisen. Diesmal hören wir im Zug Beethoven und zum Abschluß den Radetzkymarsch. Dann sind wir da: Es ist immer noch Sonntag, mittlerweile nachmittags, es ist heiß, die Touristeninfo hat geschlossen und wir suchen für zwei Nächte ein Hotel. Wir fragen uns durch und endlich haben wir Erfolg: Geschafft!